Nach 141 Tagen musste ich erstmals für Ladestrom zahlen

Bislang war ich aufgrund der Pandemie mit meinem Zoe nur im Raum Halle / Leipzig unterwegs. Deshalb profitierte ich von der Leipziger Regelung, den Strom für Elektrofahrzeuge kostenfrei abzugeben, die allerdings offiziell Mitte März 2021 beendet wurde. Da man allerdings mit Ladekarten auswärtiger Unternehmen noch immer kostenfrei Strom in Leipzig bekommt, musste ich bislang nicht für meinen „Treibstoff“ nicht zahlen. Doch das sollte sich beim Ausflug in den Harz ändern.

Leipzig: Kostenfreies Laden für Elektroautos entfällt

Ab 16. März 2021 ist es in Leipzig nicht mehr möglich, Elektrofahrzeuge kostenfrei an den Ladesäulen der Stadt aufzuladen. Entsprechende Verträge mit Kunden wurden zum 15. März gekündigt. Der Name der Marke lautet künftig L-Strom.drive.

Erstmals musste ich zuhause zum Laden auf die übernächste Möglichkeit ausweichen

Gestern und heute waren die beiden Plätze an „meiner“ Ladesäule erstmals seit einem knappen Vierteljahr besetzt, als ich ran wollte. So durfte ich dann heute früh zum Autohändler in der Nachbarschaft, wo es den Strom auch für alle anderen kostenfrei gibt.

Einkaufen und Laden – Kaufland Leipzig-Schönau ist ein gutes Beispiel

Ladesäulen stehen am Besten dort, wo Elektroautos sowieso parken müssen. Auf dem eigenen Grundstück, in der Tiefgarage, in den Straßen eines Wohngebietes, am Arbeitsplatz und in Einkaufzentren. Ein gutes Beispiel entdeckte ich in Leipzig-Schönau: Dort kaufte ich im Kaufland ein und konnte gleichzeitig den Wagen in der Zeit aufladen.

Skeptiker fragen mich: „Gibt es denn genug Ladesäulen?“

Es ist eine Frage, die ich jetzt immer wieder höre: „Gibt es denn genug Ladesäulen?“ Ich antworte dann immer: „Ja, allerdings braucht Deutschland bald mehr und zwar an den richtigen Stellen.“ Ladesäulen müssen an Arbeitsplätzen, Wohngegenden, Einkaufszentren, Restaurants und Schnellladesäulen entlang den Autobahnen aufgestellt werden. Übrigens: Auch die Preise für den Strom sind konkurrenzfähig. In Leipzig gibt es den Strom für Elektroautos beispielsweise gratis.

MDR wird Ladesäulen aufstellen

Ich bin beruhigt. Mein Arbeitgeber wird im nächsten Jahr Ladesäulen für Elektroautos auf dem Betriebsgelände aufstellen. Ein Teil davon steht exklusiv dienstlichen Fahrzeugen zur Verfügung, drei Säulen können für private Elektrofahrzeuge von Mitarbeitern genutzt werden. Exzellent. Dann kann ich meinen Wagen auch ohne Probleme während der Arbeitszeit laden.

Tanken oder Laden – was ist günstiger?

Es ist bei der Anschaffung eines neuen Wagen immer eine der ersten Fragen: Verbraucht der mehr oder weniger? Oder vielmehr: Ist der für mich teurer oder billiger? Die Antworten auf die Fragen werden umso interessanter, wenn man einen Systemwechsel vollzieht, also – wie in meinem Falls – von einem Benziner auf einen Stromer umsteigt. Nach über zwei Woche ziehe ich eine ganz private Bilanz.

Rund um die MediaCity und den MDR in Leipzig fehlt eine Ladesäule

Diesmal habe ich ausprobiert, wo ich Strom laden kann, wenn ich in Leipzig arbeite. Derzeit ist mein Arbeitsplatz aufgrund der Corona-Pandemie noch immer nicht von Halle in die Leipziger Südvorstadt umgezogen, aber ich bin bereits öfter hier. Das Problem: Direkt an der MDR-Zentrale und der Media City gibt es trotz der Tausenden von Menschen, die hier arbeiten, keine öffentliche Ladesäule. Lediglich ein Privatparkplatz auf dem Gelände der MediaCity hat eine nicht-öffentliche Lademöglichkeit.

Bundesumweltministerium: Beim PKW ist E-Mobilität am effizientesten

Immer häufiger ist zu hören, dass neben der Elektrizität auch andere alternative Antriebsenergien für Autos entwickelt werden müssen. Das ist völlig ok und sinnvoll. Doch derzeit ist das „E“ beim PKW-Antrieb noch immer die beste Lösung für die Umwelt, wie diese Grafik des Bundesumweltministeriums verdeutlicht. Sowohl beim Wasserstoff (54 kW/h auf 100 km Strecke) als als auch bei synthetischen Kraftstoffen (115 kW/h) wird bei der Produktion viel mehr elektrische Energie gebraucht, als wenn man das Auto gleich mit Elektrizität fahren lässt (18 kW/h).

Treibstoff kostenfrei – es ist auch beim zweiten Mal noch ungewohnt

Wer in Leipzig mit seinem Elektrowagen Strom lädt, der zahlt nicht. Die Stadt wirbt so für mehr Elektromobilität. Eine gute Aktion. Aber ungewohnt ist es doch schon. Zwei Apps begleiten mich beim Ladevorgang und der Auswertung: „TripTracker“ und „My Renault“.

MyRenault-App visualisiert Reichweite

Auf dem Handy kann ich jederzeit die Reichweite meines Zoe feststellen. Außerdem finde ich auch sofort den aktuellen Parkplatz. Zusätzlich bietet die App einen Routenplaner, der auf längeren Routen auch Ladesäulen und Ladezeiten mit einplant.

Pause in der Leipziger Tiefgarage meine Arbeitgebers

Wie viele Pendler-Autos ruht mein Wagen, wenn ich arbeite. In diesem Fall in der Tiefgarage meines Arbeitgebers. Das wäre die ideale Zeit, Strom zu laden. Auf dem Mitarbeiterparkplatz wären eine Ladesäulen interessant, denn künftig hat das System der bisherigen Tankstellen ausgedient.

„Technologieneutral“ – und was bedeutet das für meine Entscheidung?

Wenn ich erzähle, dass ich künftig ein Elektrofahrzeug fahren werde, dann wird mir häufig geantwortet, dass das doch keine zukunftweisende Technologie sei. Es sei wichtig „technologieneutral“ zu überlegen und zu entwickeln. Die Idee finde ich gut. Sie bringt mir aber im Moment nichts, denn ich entscheide heute, welchen Wagen ich morgen fahre.