Kommentar: Stromanbieter brauchen neue Ideen für Elektroautos

Deutschland setzt mehr und mehr auf Elektroautos als Ersatz für benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge. Damit soll der Klimawandel verlangsamt und bestenfalls gestoppt werden. Doch die Stromanbieter stöhnen: Es könnte abends, wenn alle Autos nach Feierabend gleichzeitig aufgeladen werden, zu Engpässen in der Stromversorgung kommen. Deshalb wollen sie Ladesäulen auch kurzfristig abschalten können. Dazu sprach ich einen Kommentar beim Nachrichtenradio MDR Aktuell, meinem Arbeitgeber.

Ladepause an der Autobahn

Am Thüringer Platz in Braunschweig brach der Ladevorgang leider ab, während ich meine Pizza aß. So habe ich leider etwas Zeit verloren. 25 Kilometer später funktioniert das Laden jetzt am Autobahnrasthof Zweidorfer Holz. Zeit für eine Pause im Freien.

Verwirrender Münzautomat für Parkschein und Ladesäule

Etwas verwirrt bin ich, als ich im wunderschönen Meißen am Parkplatz Altstadt vor dieser etwas ältlich wirkenden Ladesäule stehe. Sie ist sicherlich gut gemeint, aber nicht so ganz Corona geeignet. Ich soll Bargeld in den benachbarten Parkautomaten schmeißen. Aber ich habe kaum noch Bargeld bei mir und es funktioniert auch irgendwie nicht.

Runder Kilometerstand erfreut Fahrer…

Ich bin 9.000 Kilometer in 220 Tagen nur mit Elektroenergie durch Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und Hessen gefahren. Das Ergebnis: Ich bin weiterhin damit zufrieden, vom Verbrenner auf ein Elektroauto umgestiegen zu sein. Und das bei duchschnittlich 41 Kilometer am Tag.

Wagen lädt, während ich den Brocken besteige

Im letzten Jahr hatte ich noch Angst, künftig nicht mehr von Schierke aus den Brocken besteigen zu können. Doch die Stadtverwaltung Wernigerode, zu der Schierke gehörte, beruhigte mich: Es gäbe Ladesäulen im Parkhaus. Und es gibt sie.

Am Arbeitsplatz laden spart viel Zeit

Laden am Arbeitsplatz in Halle: Der Nachbar, die Stadtwerke, haben zwei öffentliche Lademöglichkeiten. Vormittags zum Arbeitsbeginn konnte ich so meinen Zoe anschließen und ihn in der Mittagspause dann vollgeladen in die Tiefgarage umsetzen. So einfach ist Elektromobilität, wenn Ladesäulen am Arbeitsplatz vorhanden sind. In Leipzig, wo ich künftig arbeiten werde, ist man bei meinem Arbeitgeber leider noch nicht so weit. Doch wie ich hörte, soll das nun im Mai geschehen. Sehr praktisch.

Nach 141 Tagen musste ich erstmals für Ladestrom zahlen

Bislang war ich aufgrund der Pandemie mit meinem Zoe nur im Raum Halle / Leipzig unterwegs. Deshalb profitierte ich von der Leipziger Regelung, den Strom für Elektrofahrzeuge kostenfrei abzugeben, die allerdings offiziell Mitte März 2021 beendet wurde. Da man allerdings mit Ladekarten auswärtiger Unternehmen noch immer kostenfrei Strom in Leipzig bekommt, musste ich bislang nicht für meinen „Treibstoff“ nicht zahlen. Doch das sollte sich beim Ausflug in den Harz ändern.

Leipzig: Kostenfreies Laden für Elektroautos entfällt

Ab 16. März 2021 ist es in Leipzig nicht mehr möglich, Elektrofahrzeuge kostenfrei an den Ladesäulen der Stadt aufzuladen. Entsprechende Verträge mit Kunden wurden zum 15. März gekündigt. Der Name der Marke lautet künftig L-Strom.drive.

Erstmals musste ich zuhause zum Laden auf die übernächste Möglichkeit ausweichen

Gestern und heute waren die beiden Plätze an „meiner“ Ladesäule erstmals seit einem knappen Vierteljahr besetzt, als ich ran wollte. So durfte ich dann heute früh zum Autohändler in der Nachbarschaft, wo es den Strom auch für alle anderen kostenfrei gibt.

Einkaufen und Laden – Kaufland Leipzig-Schönau ist ein gutes Beispiel

Ladesäulen stehen am Besten dort, wo Elektroautos sowieso parken müssen. Auf dem eigenen Grundstück, in der Tiefgarage, in den Straßen eines Wohngebietes, am Arbeitsplatz und in Einkaufzentren. Ein gutes Beispiel entdeckte ich in Leipzig-Schönau: Dort kaufte ich im Kaufland ein und konnte gleichzeitig den Wagen in der Zeit aufladen.

Skeptiker fragen mich: „Gibt es denn genug Ladesäulen?“

Es ist eine Frage, die ich jetzt immer wieder höre: „Gibt es denn genug Ladesäulen?“ Ich antworte dann immer: „Ja, allerdings braucht Deutschland bald mehr und zwar an den richtigen Stellen.“ Ladesäulen müssen an Arbeitsplätzen, Wohngegenden, Einkaufszentren, Restaurants und Schnellladesäulen entlang den Autobahnen aufgestellt werden. Übrigens: Auch die Preise für den Strom sind konkurrenzfähig. In Leipzig gibt es den Strom für Elektroautos beispielsweise gratis.

MDR wird Ladesäulen aufstellen

Ich bin beruhigt. Mein Arbeitgeber wird im nächsten Jahr Ladesäulen für Elektroautos auf dem Betriebsgelände aufstellen. Ein Teil davon steht exklusiv dienstlichen Fahrzeugen zur Verfügung, drei Säulen können für private Elektrofahrzeuge von Mitarbeitern genutzt werden. Exzellent. Dann kann ich meinen Wagen auch ohne Probleme während der Arbeitszeit laden.